Verlorener Punkt trotz Sieg!

Die Innsbrucker Haie lassen im direkten Duell gegen Fehervar spät einen Punkt liegen, siegen dennoch mit 5:4 nach Verlängerung.


„Es wird das wichtigste Spiel der Saison.“ Haie-Headcoach Rob Pallin konnte sich das Grinsen bei diesem Satz nicht verkneifen. Wusste er schließlich, dass diese Worte in diesen Tagen wie eine nimmermüde Dauerschleife durch die TIWAG-Arena hallten. Doch der US-Amerikaner wusste auch, dass gerade ein Sieg im direkten Duell gegen Fehervar quasi sechs Punkte wert sein würden.


Seine Schützlinge starteten dann auch planmäßig in die Partie, jubelten nach einem Treffer von Andrew Yogan nach zwei Minuten über das 1:0. Nur sechs Minuten später nagelte John Lammers die Scheibe in den Winkel – 2:0. Was nach Dominanz aussah, spiegelte sich nicht unbedingt am Eis wieder, denn die Gäste aus Ungarn wussten durchaus zu gefallen, hatten zunächst viele gute Einschussmöglichkeiten. Ein guter Luka Gracnar und gnadenlose Effizienz ließen aber die Zwei-Tore-Führung vom Scoreboard leuchten. Erst gegen Ende des ersten Anschnitts übernahmen die Hausherren das Kommando und hatten in Minute 20 dann auch richtig Pech, denn John Lammers ließ die große Möglichkeit auf das 3:0 liegen.


Der Start in den Mittelabschnitt gestaltete sich dann alles andere als gut, bereits mit dem ersten Angriff verkürzten die Gäste auf 1:2. Die Haie schüttelten sich nur kurz, Alex Lavoie stellte nur wenige Augenblicke später wieder auf 3:1. Nun waren die Haie am Drücker, hätten in Unterzahl durch Andrew Clark beinahe den vierten Treffer bejubeln können, sein Versuch landete aber an der Latte. Die Haie hatten nun alles im Griff, Fehervar tat sich sichtlich schwer gute Chancen zu kreieren. In der 32. Minute war es dann aber doch so weit, Tikkanen schloss einen Konter eiskalt ab. Nun war wieder richtig Pfeffer in der Partie, beide Teams kämpften um jeden Zentimeter. Drei Minuten vor der zweiten Pause ergab sich in doppelter Überzahl die große Chance auf Treffer Nummer vier, doch Yogan, Lammers und Lamoureux scheiterten allesamt an Carruth im Tor der Gäste. Pause.


Im Schlussdrittel klopften die Ungarn dann früh lautstark am Ausgleich an, doch der Versuch landete an der Latte. Im Gegenzug durften die Haie dann endlich auch im Powerplay jubeln, Ondrej Sedivy schummelte die Scheibe ins kurze Eck. Die Freude währte aber nicht einmal zwei Minuten, ehe die Gäste die passende Antwort gaben – 3:4. Das Spiel lebte nun durch seine Spannung, beide Teams lieferten sich einen erbitterten Kampf. Fehervar drückte in der Folge auf den Ausgleich, doch Luka Gracnar blieb im Tor weiter hellwach. Nachdem das Abwehrbollwerk lange hielt, schien es als ob die Gastgeber den knappen Sieg über die Zeit retten würden. Doch drei Minuten vor Schluss gelang den Ungarn dann doch noch der Ausgleich. Mit dem 4:4 ging es dann auch in die dritte Pause – Overtime. In der Verlängerung holte dann einmal mehr Andrew Yogan zum großen Highlight aus und sicherte seinem Team mit einem Sololauf den wichtigen Zusatzpunkt.


Und dennoch, trotz Sieg, trauern die Haie einem verlorenen Punkt nach.

HC TWK Innsbruck – Fehervar AV19 5:4 n.V. (2:0, 1:2, 1:2, 1:0)
Tore: Yogan (2., 62.), Lammers (8.), Lavoie (24.), Sedivy (46./pp) bzw. Koskiranta (21.), Tikkanen (32.), Luttinen (46.), Erdely (58.).