Haie punkteten erst nach dem Spiel


Der HC Tiroler Wasserkraft Innsbruck rund um Mit-Organisator Florian Pedevilla bescherte einigen Kindern aus dem ISD-Kinderzentrum einen magischen Abend. Die Jungs von Headcoach Rob Pallin überzeugten nach der 3:6-Niederlage gegen HC Orli Znojmo mit Herz, Einfühlungsvermögen und Sozialkompetenz.


Es sind die kleinen Dinge, die uns manchmal zeigen, dass man selbst mit einer Niederlage Großes bewirken kann. Glauben sie nicht? Dann lassen Sie sich überzeugen …
… Mitte November hatte ISD-Mitarbeiter Florian Rainer die großartige Idee, mit ein paar Kindern, die in einem der ISD-Kinderzentren, fernab von Mama und Papa, ein neues Zuhause gefunden haben, ein Bundesligaspiel des HC Tiroler Wasserkraft Innsbruck ‚Die Haie' zu besuchen. Zwei Monate später wurde der Plan Realität. Florian Pedevilla zeigte sich von den neuen Fans begeistert: „Es ist beeindruckend wie stark diese Kinder trotz all ihrer Erfahrungen sind. Das rückt die Welt, trotz bitterer Niederlage, wieder ins rechte Lot. Unser Ziel war ihnen einen schönen Abend zu bescheren, leider konnten wir nicht noch einen Sieg beisteuern.“

Begeisterung pur

Vom Tiroler Eishockeytraditionsverein eingeladen, waren die sechs mitgenommenen Kids schon bei der Mannschaftspräsentation völlig aus dem Häuschen. Die Begeisterung zog sich ungebremst über drei Drittel - auch dann noch, als sich im letzten Spielabschnitt bereits andeutete, dass in diesem Spiel für die Innsbrucker leider nichts mehr zu holen war. Die Kids feuerten ihre Stars aber weiter an, solange bis die Stadionuhr in der gut besuchten TIWAG-Arena signalisierte, dass der Abend für die Haie definitiv gelaufen war.

Haifischbecken mit hoher Sozialkompetenz

Im Gegensatz zum Abend für die Kids. Denn der ging mit der Schlusssirene eigentlich erst richtig los. Von HCI-Crack Florian Pedevilla in die Kabine geführt, durften sie all' jene Fragen an die Mannschaft stellen, auf die sie schon immer Antworten haben wollten. Und jeder der sportlich gefrusteten Stars nahm sich für die Kinder Zeit und antwortete geduldig - inklusive Haie-Headcoach Rob Pallin. Von wegen eiskalt und bissig, bei diesen Jungs saß und sitzt das Herz am rechten Fleck. Für einen kurzen Moment wurde es dann auch richtig emotional. „Ein kleines Mädchen hat mich getröstet und gesagt wir sollen den Kopf trotz Niederlage nicht hängen lassen. Das hat mich wahnsinnig berührt, weil es zeigt wie zweitrangig der Sport in manchen Momenten sein kann. Ich bin selbst Vater von zwei Kindern und das ist schließlich das Wichtigste.“

Als die Cracks dann auch noch mit Hockeyschlägern, Handschuhen, Schildkappen und einem von der Mannschaft unterzeichneten Dress antanzten und den ISD-Nachwuchs damit ausstatteten, war der Abend endgültig perfekt. Zumindest für die Kids. Und vermutlich auch für die Cracks selbst. Zumal das Leuchten in den Augen der Kinder Andrew Yogan & Co. nachhaltig vermittelte, dass man nicht immer ein Spiel gewinnen muss, um sich am Ende des Tages als Sieger fühlen zu dürfen.


Text: T.Strickner/HC TWK Innsbruck