Haie mit erstem Saisonsieg und Befreiungsschlag!

Fünf Spiele ohne Sieg sind endlich Geschichte. Die Innsbrucker Haie drehen eine völlig irre Partie im Schlussdrittel gegen Villach und holen einen heroischen 7:6-Sieg nach Verlängerung.


Jeder Ausfall ist für die Innsbrucker Haie gefühlt ein doppelter. Die Sperre von Caleb Herbert erschwerte, ob der dünnen Personaldecke, den Gang zum Tabellenzweiten nach Villach und hievte die Tiroler noch ein Stück mehr in die Außenseiterrolle.
Die Innsbrucker zeigten dann aber mit Spielbeginn erneut Charakter und hielten in den ersten 20 Minuten die Partie durchaus offen. Villach hatte zwar mehr Spielanteile, es dauerte aber bis Minute elf, ehe die Hausherren in Überzahl auf 1:0 stellten. Jamie Fraser hämmerte die Scheibe in die Maschen. Auf der Gegenseite zeigten sich die Haie aber kaum geschockt und erarbeiteten sich immer wieder gute Chancen. John Lammers und Daniel Wachter ließen aber aus und verdeutlichten einmal mehr die derzeitige Schwäche - die fehlende Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Phasen. So blieb es trotz einer munteren Begegnung nach Drittel eins beim knappen 0:1-Rückstand.


Der Start in den Mittelabschnitt wäre für die Haie beinahe in die Kategorie gelungen gefallen doch ein Versuch von Jesper Thörnberg landete nur an der Stange. Villach machte es erneut besser und erhöhte binnen vier Minuten auf 3:0. Mitte der Partie roch es so nach einer kleinen Vorentscheidung. Das Team von Coach Rob Pallin kämpfte jedoch unermüdlich weiter und belohnte sich in Person von Michael Boivin mit dem Treffer zum 1:3 (34./pp). Die Freude sollte aber nur von kurzer Dauer sein, denn praktischen im Gegenzug war der Drei-Tore-Vorsprung wieder hergestellt. Als Villach dann noch vor der Pause gar auf 5:1 stellte, war die Messe scheinbar gelesen. Der Treffer von Jesper Thörnberg im Gegenzug war in dieser Phase nur ein Symbol für die große Moral bei den Haien, oder doch ein bisschen mehr?


Denn jener Charakterzug wurde früh im dritten Drittel erneut unter Beweis gestellt. John Lammers verkürzte im Powerplay auf 3:5 (43.). Und nun? Die Haie weckten ein Deja-vu-Erlebnis aus dem ersten Auswärtsspiel in Fehervar wieder zum Leben und machten die Partie spätestens mit dem Tor zum 4:5 endgültig wieder spannend. Joel Broda erzielte Powerplaytreffer Nummer drei an diesem Abend. Spätestens jetzt waren die Tiroler richtig „on fire“ und drückten weiter auf das Tempo. Und in diesem Spielrausch stimmte dann auch die so ersehnte Effektivität mit ein. Nach einem Doppelschlag binnen 20 Sekunden durch Michael Boivin und Jesper Thörnberg war der Wahnsinn in der Villacher Stadthalle endgültig perfekt – 6:5 für die Haie. Das Momentum schien nun klar auf Seiten der Gäste doch Villach konterte drei Minuten später noch einmal mit dem 6:6. Irre! Das sollte es dann aber auch gewesen sein, die Innsbrucker Haie holten sich (zumindest) einen nicht mehr geglaubten Punkt in Kärnten – Overtime.
An diesem Abend hatte das Team von Coach Rob Pallin aber noch nicht genug. Der erste Saisonsieg wurde endlich unter Dach und Fach gebracht. Es war dem Kapitän höchstpersönlich vorbehalten diesen Extrapunkt zu fixieren, Tyler Spurgeon drehte im 3 gegen 3 jubelnd ab und beendete so die sieglose Zeit der Tiroler.

 

Villacher SV – HC TWK Innsbruck 6:7 n.V. (1:0, 4:2, 1:4, 0:1)
Tore: Fraser (11./pp), 40./pp), Pollastrone (25./pp), Collins (29.), Ulmer (35.), Karlsson (55.) bzw. Boivin (34./pp, 52.), Thörnberg (40., 53.), Lammers (43./pp), Broda (47./pp), Spurgeon (61.).