„Am Ende können wir nicht zufrieden sein“

Günther, leider ist die Saison einmal mehr frühzeitig zu Ende. Wie geht es dir und welches Fazit kannst du nach diesem Jahr ziehen?


In erster Linie ist es ärgerlich. Warum? Weil ich denke, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Diese Mannschaft, in dieser Zusammenstellung hätte durchaus die Möglichkeit gehabt ins Playoff einzuziehen. Bis zur Länderspielpause und gut einem Drittel der Spielzeit waren wir sogar auf Platz drei. Mit dem ersten Coronacluster, dann dem Zweiten, Formschwächen sowie Verletzungen ist der Faden dann komplett gerissen und hat uns am Ende dieses Ergebnis beschert. Ich glaube wir müssen, bei aller Enttäuschung, dennoch differenzieren und auch die positiven Entwicklungen rund um den Verein sehen.


Die da wären?

Die Entwicklung der Einheimischen. Nico Feldner oder Lukas Bär – um nur zwei Namen zu nennen – haben toll aufgezeigt. Das ist insofern wichtig, da den Einheimischen Spielern schon in der kommenden Saison mehr Bedeutung zukommen wird, schließlich müssen mindestens zehn österreichische Spieler am Bericht stehen. Auch die Importauswahl war in dieser Saison sehr gut, wir hatten kaum einen Tauschkandidaten und das ist schon eine besondere Leistung, auch wenn wir am Ende unser Ziel verfehlt haben.
Positiv notiere ich auch die Zuschauerresonanz und der neue, zweite Fanclub. Wir sehen, dass Eishockey Jahr ein, Jahr aus „zieht“ und viele Fans in die Halle lockt. Und zum Dritten haben wir trotz der Pandemie wirtschaftlich solide gearbeitet und ich hoffe doch, dass nun auch unsere Sponsoren und Partnern weiter den Weg mit uns gehen können und werden. Es wird eine spannende Offseason werden.

Gab es auch negative Punkte?
Natürlich. In erster Linie die Platzierung, mit dieser können wir nicht zufrieden sein. Auch unser Defensivverhalten war wie so oft unzureichend und die Special-Teams, vor allem das Powerplay hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet.

Welche Schritte warten nun in den kommenden Wochen?

In erster Linie gilt es jetzt zu sondieren und etwaige Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach zu bringen. Wie jedes Jahr wird das, im Rahmen unserer Möglichkeiten, eine Challenge werden aber dieser stellen wir uns natürlich gerne. Das Coaching-Team wird mit allen Cracks Gespräche führen und auch – gemeinsam mit dem Vorstand – einen Plan entwickeln. Zum Glück haben unsere Österreicher überwiegend noch Vertrag, insofern fällt hier ein bisschen Druck weg. Und dennoch müssen wir uns natürlich auch um weitere einheimische Spieler bemühen, hier sind wir aber bereits am Sondieren.


Was würdest du am Ende einer speziellen Saison gerne noch loswerden?

Ich möchte mich in erster Linie bei allen Beteiligten bedanken. Spitzensport ist in diesen Tagen kein einfaches Unterfangen und wäre ohne starke Partner, die vielen Fans und den mitwirkenden Personen nicht möglich. Das alles ist nicht selbstverständlich. Jetzt wollen wir die Hausaufgaben für die neue Saison machen.